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Ältere Menschen im Straßenverkehr …         
… die Generation 65 +

Die Deutschen werden immer älter, die Lebenserwartung steigt, und die Geburtenrate sinkt. Mit dem wachsenden Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung nimmt auch die Anzahl der am Straßenverkehr teilnehmenden Senioren zu.

Zu der Gruppe der Senioren zählen laut Statistik Personen 65 Jahren. Die Menschen werden im Durchschnitt immer älter, und sie sind auch leistungsfähiger und aktiver als es Gleichaltrige vor Jahrzehnten waren.

Komplexere Verkehrssituationen stellen trotzdem leicht eine Überforderung für sie dar. Die im Gegensatz zu früher zwar nur langsam, aber eben letztlich doch nachlassende Leistungsfähigkeit kann oft durch eine höhere „Verkehrserfahrung“ kompensiert werden. Gesetzlich vorgeschriebene regelmäßige Gesundheitstest für lebensältere Fahrzeugführer werden sehr schnell immer dann gefordert, wenn Senioren in schwere Unfälle verwickelt sind. Oft ist die Unfallursache noch gar nicht bekannt und doch werden diese nach meiner Meinung überflüssigen Forderungen laut.

Nachfolgend sollen auf die Zielgruppe der Senioren in der Eigenschaft als Fußgänger,  als Radfahrer, als Benutzer von Bus und Bahn und als Kraftfahrzeugführer eingegangen werden.

 

Menschen leben länger

Nach Prognosen, wird im Jahr 2050 jeder dritte Deutsche älter als 60 Jahre sein. Der Anteil der jungen Menschen wird weiter abnehmen, und es wird mehr als doppelt so viele ältere als junge Menschen geben.

 

Verkehrsunfälle

Im Jahr 2008 wurden in Deutschland 4.477 Menschen im Straßenverkehr getötet, 1.066 davon waren Senioren. Obwohl der Bevölkerungsanteil der über 65-jährigen etwa 20 Prozent ausmacht, ist diese Altersgruppe lediglich in 10 Prozent aller Unfälle verwickelt.

Bei den an Unfällen mit Personenschaden beteiligten Autofahrern steigt der Anteil der Hauptverursacher allerdings mit dem Alter: Liegt er bei den 55- bis 65-jährigen noch sehr nahe bei 50 Prozent, steigt er bei den 65- bis 75-jährigen bereits auf 60 Prozent und erreicht bei den über 75-jährigen einen Höchststand.

 

Häufig altersbedingte körperliche Mängel

Augen

Von besonderer Bedeutung ist ein gutes Sehvermögen, denn 90 Prozent der Informationen, die für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr nötig sind, werden über die Augen aufgenommen. Sie sind mit zunehmendem Alter blendempfindlicher; bei Dunkelheit benötigen sie mehr Zeit, um von hell auf dunkel umzustellen, und auch die Wahrnehmung am Rande des Blickfeldes ist stark eingeschränkt. Deshalb sollte mindestens alle zwei Jahre ein Sehtest durchgeführt werden, bei dem Sehschärfe, Gesichtsfeld, Farben- und Dämmerungssehen sowie die Blendempfindlichkeit getestet werden. Diese Überprüfung sollte deshalb nach Möglichkeit immer beim Augenarzt durchgeführt werden, damit auch zusätzlich das Auge untersucht werden kann, um eventuelle Krankheiten auszuschließen.

 

Ohren

Zuverlässiges Hören spielt für die Teilnahme an der Verkehrswirklichkeit eine große Rolle. Das Gehör ist die zweite wichtige „Informationsquelle“, denn es lenkt den Blick. Bei älteren Menschen werden Geräusche nur noch sehr schlecht wahrgenommen, und das Martinshorn oder das Hupen anderer Fahrzeuge werden leicht überhört. Kommunikationsprobleme mit dem Beifahrer bilden zusätzlich einen starken Ablenkungsfaktor.

Beim Ohrenarzt oder beim Hörgeräteakustiker kann ein Hörtest gemacht werden, und eine möglicherweise festgestellte Hörschwäche kann durch ein modernes Hörsystem ausgeglichen werden.

 

Bewegungsapparat

Einschränkungen im Hals-, Nacken- und Schulterbereich führen gerade beim Rückwärtsfahren und Spurwechsel zu Fahrfehlern, wenn über die Schulter nach hinten geschaut werden muss. Richtig eingestellte Rück- und Innenspiegel oder eine Rückfahrkamera im Heck des Fahrzeugs sind hier wertvolle Hilfsmittel.

 

Stress und Müdigkeit

Durch Stress und Müdigkeit passieren sehr viele Unfälle, die aber nicht ohne weiteres als Unfallursachen aus den Verkehrsunfallstatistiken herausgelesen werden können. In jedem Fall mindern die Fahrleistungen und erhöhen das Fehlverhalten. Es ist deshalb sehr wichtig, nur entspannt und ausgeruht am Straßenverkehr teilzunehmen.

Selbstverständlich ist dies kein alterstypisches Phänomen, aber Senioren sind häufig besonders anfällig dafür.

 

Medikamente

Die regelmäßige Einnahme von Medikamenten mahnt zur besonderen Vorsicht. Medikamente können fahruntüchtig machen, denn das Reaktionsvermögen verschlechtert sich teilweise um über 20 Prozent, und das kann gerade im Straßenverkehr gefährliche Folgen haben. Der Arzt oder der Apotheker sollten nach möglichen Beeinträchtigungen durch die einzunehmenden Medikamente befragt werden. Bei der Einnahme der Mittel muss grundsätzlich auf Alkohol verzichtet werden, denn die Nebenwirkungen werden dadurch erheblich verstärkt.

Auch hier versteht sich, dass die vorstehenden Ausführen altersunabhängig sind. Allerdings sind in der Regel Menschen im höheren Alter häufiger auf die Einnahme von Arzneimitteln angewiesen als jüngere.

 

Blutzuckerspiegel

Diabetiker verunglücken im Straßenverkehr nicht häufiger als andere Autofahrer, die Krankheit kann aber zu gefährlichen Situationen im Straßenverkehr führen. Ein sinkender Blutzuckerspiegel wirkt sich nachweislich auf das Fahrverhalten aus, und wird gegen eine Unterzuckerung nichts unternommen, kann dies sogar zur Bewusstlosigkeit führen.

Deshalb sollten Diabetiker vor jeder Fahrt den Blutzucker messen, denn auch eine Überzuckerung ist am Steuer äußerst gefährlich.

 

Körperliche Konstitution

Ein jährlicher Check beim Hausarzt ist ein absolutes Muss, denn nur dadurch kann ein körperlicher Mangel festgestellt werden. Da Mediziner unter ärztlicher Schweigepflicht stehen, werden Untersuchungsergebnisse ohne Einverständnis des Patienten nicht an Dritte weitergegeben. Der Verzicht auf eine Verkehrsteilnahme aufgrund nachlassender körperlicher Leistungsfähigkeit setzt fast immer einen nur sehr schwer zu fassenden, dafür aber wichtigen und vernünftigen  Entschluss voraus.                                                                                                                                                                                                                 

 
Horst Wolf
horst.wolf@wolf-horst.de